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St. Veit/Glan erste Stadt in Kärnten mit einer "Defi"-Säule

Das Kärntner Rote Kreuz hat sich das Ziel gesetzt, Kärnten flächendeckend mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren zu versorgen. In St. Veit wurde am Schillerplatz die erste dieser Säulen heute enthüllt.

In Österreich sterben jährlich rund 12.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Ein Drittel dieser Todesfälle ereignet sich außerhalb von Krankenanstalten. Damit ist der plötzliche Herztod, bei dem in der Mehrzahl der Fälle ein primäres Kammerflimmern ohne nachweisbaren Auslöser vorliegt, die häufigste Todesart in Österreich im öffentlichen Raum. Ist kein Defi zur Stelle überleben einen solchen Vorfall in Österreich derzeit Zeit weniger als 5% aller Betroffenen.

Das Rote Kreuz möchte mit seinem neuen Defi-Programm dafür sorgen, dass das Überleben bei Kreislaufstillständen im öffentlichen Raum wahrscheinlicher und das Leben danach lebenswerter wird. Je schneller Hilfe da ist, desto höher sind die Überlebenschancen und desto geringer die Folgeschäden.

 

„Das Kärntner Rote Kreuz verfolgt mit diesem Programm ein großes Ziel, das in der Kernkompetenz des Roten Kreuzes liegt: Wir wollen mehr Menschen in Kärnten eine bessere Überlebenschance bieten“, unterstreicht auch Kärntens Rot Kreuz Präsident Dr. Peter Ambrozy. Als Kooperationspartner mit dabei sind das Land Kärnten mit Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stv.in Dr.in Beate Prettner, das Gesundheitsland Kärnten mit dem Netzwerk der Gesunden Gemeinden und Cardio Angel Austria. Mit den öffentlich zugänglichen Säulen ist die Möglichkeit einer sofortigen Hilfeleistung durch die Bevölkerung gegeben. Dadurch erhöht sich die Überlebensrate bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand und Kärnten wird noch ein weiteres Stück sicherer. Eine Vorreiterrolle unter den Gemeinden Kärntens nimmt bei diesem Projekt die Stadtgemeinde St. Veit/Glan ein. Hier wurde heute die erste Säule aufgestellt.

 

„Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir beim Start dieser Aktion vorneweg mit dabei sind. Wenn nur ein Menschenleben damit gerettet werden kann, dann haben wir etwas Gutes damit getan“, so Bürgermeister Gerhard Mock. Die Stadt bezahlt die Miete der „Defi-Säule“ in Form einer Miete von rund 100 Euro pro Monat. Der Standort der ersten Defi-Säule am Schillerplatz wurde bewusst gewählt, ist dieser Bereich doch der Hauptzugangsbereich in die St. Veiter Innenstadt. „Auch die meisten Touristenbusse parken hier in unmittelbarer Umgebung beim Hotel Fuchspalast, wir haben hier eine hohe Frequenz an Passanten“, so Mock weiter. St. Veit hat sich außerdem noch für zwei weitere Defi-Säulen im Stadtgebiet eine Option gesichert.

Viele weitere Gemeinden sollen dem St. Veiter Beispiel folgen. „Unser Ziel wäre es, dass in ganz Kärnten rund 150 dieser Säulen entstehen“, so Ambrozy weiter und appelliert an die Gemeinden und Unternehmen in Kärnten, dieses Projekt zu unterstützen. Das Rote Kreuz wird im Zuge der Aufstellung der Säulen in der jeweiligen Gemeinde kostenlose Schulungen für die Bevölkerung zur Bedienung der Defis anbieten.

Funktionsweise

„Der wesentliche Vorteil der Säulen gegenüber einem anderen öffentlich zugänglichen Defi ist die automatische Direktverbindung des Defis zur Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes. Über eine in den Defi integrierte Freisprecheinrichtung erfolgt die unmittelbare Kontaktaufnahme der Rettungsleitstelle mit dem Anwender.

Ein in das Gerät integriertes GPS sendet der Rettungsleitstelle außerdem immer die aktuellen Standortdaten des Gerätes, so dass die Rettungskräfte direkt zum eingesetzten Gerät dirigiert werden können, auch dann, wenn es von der Säule entfernt wird. Ein weiterer Vorteil der GPS-Datenübertragung ist die gleichzeitige Diebstahlsicherung der Geräte. Sollte ein Gerät missbräuchlich entwendet werden, wird von der Rettungsleitstelle automatisch die Polizei verständigt. Der Defi in der Säule ist für den Betreiber praktisch wartungsfrei, da das Gerät automatisch mit Philips kommuniziert und etwaige Wartungsarbeiten selbständig meldet.

 

Die Standorte der Defi-Säulen werden außerdem in der Rettungsleitstelle hinterlegt sein, so dass es in Zukunft möglich ist, bei Notfällen im öffentlichen Raum darauf hinzuweisen, dass in unmittelbarer Umgebung des Notfalles ein Defi zur Verfügung steht. Derzeit sind etwa 50 öffentlich zugängliche Defis in das Leitstellensystem eingepflegt. Mit diesem Projekt soll diese Zahl vervierfacht werden. Für den Vertrieb der Säulen ist die Kärntner Firma Cardio Angel Austria verantwortlich. Finanziert werden die Säulen über eine monatliche Servicepauschale. Das notwendige technische Know How liefert hierbei die Firma medicassist Philips“, ergänzt Kärntens Rot Kreuz Präsident abschließend.

 

Dr. David G. Clausen, medic assist, CEO, Philips AED Zentralvertrieb B2B zum gemeinsamen Projekt mit dem Roten Kreuz: „Bei Philips entsteht die Zukunft der Gesundheit. Für Jedermann frei zugängliche Defibrillatoren stellen einen wichtigen Fortschritt zur Notfallversorgung eines jeden Einzelnen dar. Wir freuen uns mit unserer Komplettlösung dieses Projekt zu ermöglichen und hiermit unseren Beitrag für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger in Kärnten zu leisten.“

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